Institut für Musikwissenschaft
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Erster Sonderband der »Münchner Veröffentlichungen zur Musikgeschichte«

(Zu-)Hören interdisziplinär (Allitera 2018)

01.01.2019

https://www.allitera-verlag.de/buch/zu-hoeren-interdisziplinaer/

Hören wir mit den Ohren oder mit dem Gehirn? Wie hängen Zuhören und
Achtsamkeit zusammen? Lässt sich Singen durch Zuhören üben? Warum
benutzten Automechaniker ein Stethoskop? Was sind die Unterschiede
und Gemeinsamkeiten zwischen dem ›Hören‹ und ›Zuhören‹, zwei Arten
der Audition, die für verschiedenste menschliche Wahrnehmungs- und
Erkenntnisvorgänge essentiell sind?

Diesen und anderen Fragen gehen in (Zu-)Hören interdisziplinär
Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus unterschiedlichsten
Forschungs- und Anwendungsbereichen nach. Während die kritische
interdisziplinäre Diskussion aus medizinischer, psychologischer,
pädagogischer, sprachwissenschaftlicher und wissenschaftsgeschichtlicher
Sicht die Wahrnehmungs- und Funktionsüberschneidungen zwischen
dem ›Hören‹ und ›Zuhören‹, den Sinnen und der Kognition ausweist,
verdeutlichen die musikwissenschaftlichen Beiträge überdies, dass es sich bei
den Modi des »(Zu-)Hörens« zwar um Konstanten unserer abendländischen
Kulturgeschichte handelt, die aber in verschiedenen sozialen und kulturellen
Kontexten dennoch unterschiedliche Ausprägungen erfahren haben. Dadurch
eröffnen sich unter anderem folgende Fragestellungen: Wie alt ist die Praxis
des ›stillen‹ Zuhörens im Konzertsaal? Hat jede Phase in der Musikgeschichte
auch ihr eigenes Epochen-Ohr herausgebildet?