Institut für Musikwissenschaft
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Elementa musicae

Abbildungen und Studien zur älteren Musikgeschichte. Herausgegeben von Lorenz Welker im Reichert Verlag Wiesbaden.

Band 1: Hildegard von Bingen – Lieder. Riesencodex (Hs. 2) der Hessischen Landesbibliothek Wiesbaden fol. 466 bis 481v.
Herausgegeben von Lorenz Welker. Kommentar von Michael Klaper. Wiesbaden 1998.

Dieser Band erschließt das dichterisch-musikalische Werk der Hildegard von Bingen, von der über 70 Gesänge und ein geistliches Spiel bekannt sind – sie verfasste sowohl die Texte als auch die Melodien. Der „Riesencodex“ der Hessischen Landesbibliothek in Wiesbaden, der aus 481 Pergamentblättern besteht, entstand vermutlich zu ihren Lebzeiten und bewahrt ihr Werk in einer Art „Gesamtausgabe“: Neben den Gesängen umfasst er ihre theologischen Schriften und den Briefwechsel.
Die Ausgabe schlüsselt den Inhalt des Gesangsteils auf und erläutert das Gesangsrepertoire. Weitere Abbildungen dokumentieren die bekannten Hildegardschen Gesänge mit musikalischer Notation. Die Notenbeispiele in moderner Umschrift ermöglichen einen Einblick in das faszinierende Wechselspiel zwischen Text und Musik, Variantenverzeichnisse runden das Werk ab. Ferner diskutiert der Band die Entstehung und die mögliche liturgische Verwendung der Gesänge. Ein Glossar und ausführliche Literaturhinweise ermöglichen die Vertiefung des Themas.

Band 2: Der Mensuralcodex St. Emmeram. Faksimile der Handschrift Clm 14274 der Bayerischen Staatsbibliothek München.
Kommentar und Inventar von Ian Rumbold unter Mitarbeit von Peter Wright. Einführung von Martin Staehelin. Herausgegeben von der Bayerischen Staatsbibliothek und Lorenz Welker. Wiesbaden 2006.

Der Mensuralcodex St. Emmeram ist eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste Quelle zur Überlieferung der internationalen Mehrstimmigkeit in Mitteleuropa, die aus dem späten Mittelalter erhalten ist. Sie zeigt in besonderer Weise die allmähliche Akzeptanz des internationalen Stils im „rückständigen“ Mitteleuropa.
Der Codex (Clm 14274 der Bayerischen Staatsbibliothek) ist eine Papierhandschrift und enthält etwa 280 ein- und mehrstimmige Musikstücke sowie einen Index. Er entstand etwa in den Jahren 1435-1443, wobei der größte Teil von dem Schulmeister und Büchersammler Hermann Pötzlinger eingetragen wurde. Pötzlinger hinterließ seine Bibliothek dem Kloster St. Emmeram in Regensburg, wo er unter anderem als Schulmeister wirkte. Im Zuge der Säkularisation 1812 gingen seine Bände zusammen mit der St. Emmeramer Klosterbibliothek in den Besitz der Königlich Baierischen Hof- und Centralbibliothek – der heutigen Bayerischen Staatsbibliothek – über.
Der Mensuralcodex St. Emmeram überliefert unter anderem große Teile des Werks von Guillaume Dufay, der wie kein anderer die musikalische Sprache Europas an der Wende vom Mittelalter zur Renaissance prägte. Weiterhin finden sich in der Sammlung Werke von Gilles Binchois und John Dunstable, aber auch Sätze von wenig bekannten Komponisten wie Hermann Edlerauer und Urbanus Kungsperger.
Das Faksimile enthält eine Einführung von Martin Staehelin (Universität Göttingen) sowie ein Kommentar von Ian Rumbold und Peter Wright (University of Nottingham), die den Codex und seinen Inhalt detailliert analysieren.

Band 4: »Ieglicher sang sein eigen ticht«. Germanistische und musikwissenschaftliche Beiträge zum deutschen Lied im Spätmittelalter.
Herausgegeben von Christoph März (†), Lorenz Welker und Nicola Zotz. Wiesbaden 2011.

Der Sammelband „Ieglicher sang sein eigen ticht“ ist hervorgegangen aus einer Tagung im Kloster Neustift bei Brixen, die sich zum Ziel gesetzt hatte, Musikwissenschaftler und Germanisten ins gemeinsame Gespräch über das spätmittelalterliche Lied zu bringen. Diese Ausrichtung spiegelt auch der nunmehr vorliegende Tagungsband: Zehn Germanisten und Musikwissenschaftler loten das Verhältnis von Musik und Text jeweils neu aus. Der handschriftlichen Überlieferung wird dabei ebenso Rechnung getragen wie der spätmittelalterlichen Ästhetik des Aufnehmens und Weiterverarbeitens und den methodischen Konsequenzen, die sich aus einer solchen interdisziplinären Herangehensweise ergeben.

Band 5: Johannes Kandler: »Gedoene an wort daz ist ein toter galm«. Studien zur Wechselwirkung von Wort und Ton in einstimmigen Gesängen des hohen und späten Mittelalters. Wiesbaden 2005.

Die Untersuchung „Gedœne ân wort daz ist ein tôter galm“ widmet sich in fünf eigenständigen Studien der Wechselwirkung von Wort und Ton in der einstimmigen Musik des hohen und späten Mittelalters. Entgegen der herrschenden Forschungsmeinung skizzieren die fünf Studien einen Analyseweg, der unter Berücksichtigung der strukturellen Größen Raum, Zeit und Bewegung eine systematische Untersuchung der Wechselwirkung von Wort und Ton ermöglicht. Als Untersuchungsgegenstände dienen der „Ludus Danielis“, die Hymnen der Ziterszienser für den lateinischen, ausgewählte Lieder Neidharts von Reuental und Oswalds von Wolkenstein sowie der „Marienleich“ Heinrichs von Meißen für den volkssprachlichen Bereich.

Band 6: Bernhard A. Kölbl: Autorität der Autorschaft: Heinrich Glarean als Vermittler seiner Musiktheorie. Wiesbaden 2012.

Die Arbeit widmet sich am Beispiel der 1547 in Basel gedruckten musiktheoretischen Schrift „Dodekachordon“ den Strategien des Schweizer Humanisten Heinrich Glarean, die dieser bei der Vermittlung seines Werkes an Studenten der Frühneuzeitlichen Universität einerseits sowie an Funktionsträger in verschiedenen von zunehmenden Tendenzen zu Konfessionalisierung und Nationalisierung geprägten sozialen Räumen andererseits verfolgte. Den Ausgangspunkt der Überlegungen bilden dabei handschriftliche Paratexte Glareans und seiner Schüler in zahlreichen Exemplaren des Dodekachordons, die im zweiten Teil der Arbeit in kritischer Edition erstmals umfassend erschlossen werden. Dabei räumt die Studie auch der Darstellung der jeweiligen Kontexte breiten Raum ein.

Band 7: Veronica Vötterle: Arabische Musikinstrumente in der Literatur des Mittelalters. Wiesbaden 2013.

Während des gesamten Mittelalters, insbesondere im hohen und späten Mittelalter, wird das europäische Instrumentarium um Saiten-, Blas- und Perkussionsinstrumente aus der arabisch-islamischen Welt ergänzt. Diesem Prozess der Aneignung geht oft ein Staunen über die fremden und neuartigen Klänge voraus, das im Falle von kriegerischen Auseinandersetzungen auch mit Furcht und Schrecken verbunden ist. Durch die Erschließung und Dokumentation zahlreicher literarischer Quellen des 13. und 14. Jahrhunderts aus dem englischen, französischen, spanischen, italienischen und deutschen Sprachraum wird diese Entwicklung nachvollzogen.