Institut für Musikwissenschaft
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Thrasybulos Georgiades

GeorgiadesInternationales musikwissenschaftliches Symposium zu Werk und Wirkung des Münchner Musikwissenschaftlers Thrasybulos Georgiades

1. bis 2. November 2007

  • Donnerstag, 1.11.07, 14-19 Uhr, und Freitag, 2.11.07, 9-13 Uhr
  • Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Hauptgebäude Geschwister-Scholl-Platz 1, Hörsaal A 214 und E 216
  • Leitung: Prof. Dr. Hartmut Schick und Prof. Dr. Wolfgang Osthoff

 

Referenten

Ludwig Finscher, Rudolf Flotzinger, Theodor und Marie-Louise Göllner, Andreas Haug, Hans-Joachim Hinrichsen, Wolfgang Osthoff, Manfred Hermann Schmid, Reinhold Schlötterer, Petra Weber-Bockholdt und Frieder Zaminer

Erläuterungen

Anlässlich des 100. Geburtstags und des 30. Todestags von Thrasybulos G. Georgiades lädt das Institut für Musikwissenschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München zu einem von Hartmut Schick und Wolfgang Osthoff konzipierten Symposium ein, das dem Werk und der Wirkung des bedeutenden griechischen Musikwissenschaftlers gewidmet ist. Als Ordinarius für Musikwissenschaft ab 1949 in Heidelberg und von 1956 bis 1972 an der Universität München wirkend, gehörte Georgiades zu den großen, charismatischen Geisteswissenschaftlern der Nachkriegszeit. Der Musikwissenschaft gab er grundlegend neue Impulse, die bis heute nachwirken, so sehr sie auch immer wieder zu Polarisierungen innerhalb des Faches geführt haben. Mit seinen Forschungen zur Rhythmik der griechischen Sprache und Musik erschloss er einen neuen, die rhythmusbildende Funktion der Sprache ernstnehmenden Blick auch auf die europäische Kunstmusik vom Mittelalter über Heinrich Schütz und die Wiener Klassiker bis hin zu Franz Schubert. Den musikalischen Satz insbesondere der drei Wiener Klassiker und Schuberts begriff er – hier schlägt fraglos der gelernte Bauingenieur durch – in neuartiger Weise von den konstruktiven Grundlagen her. Mit beispielloser Konsequenz machte er die sensible analytische Interpretation des einzelnen musikalischen Kunstwerks zur Basis musikhistorischer Forschung und zögerte doch nicht, eine musikhistorisch-philosophische Deutung der gesamten abendländischen Musikentwicklung zu entwerfen, die von den Schülern als musikhistorisches Credo, von Außenstehenden aber nicht selten als anfechtbare Ideologie mit willkürlichen Wertungen empfunden wird.

Das Symposium versucht, aus der mittlerweile gewonnenen zeitlichen Distanz heraus die epochale Gestalt des Musikwissenschaftlers Georgiades zu würdigen. Gefragt wird ebenso nach dem, was bleibt und reiche Wirkungen entfaltet hat, wie nach dem, was heute zeitgebunden, überholt oder prinzipiell problematisch erscheint. Dabei werden die wichtigsten Forschungsbereiche und -ansätze von Georgiades in direkter Gegenüberstellung sowohl von ehemaligen Schülern als auch von renommierten Musikwissenschaftlern, die nicht zur „Georgiades-Schule“ gehören, diskutiert – gewiss kontrovers, aber im gemeinsamen Bemühen, Einsichten in das Werden und Wesen der abendländischen Musik herauszuarbeiten, die wir direkt oder indirekt Thrasybulos Georgiades verdanken.


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