Institut für Musikwissenschaft
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W. A. Mozart / G. F. Händel Der Messias Teil 3 KV 572

Obwohl Mozart bereits einige Werke Händels, nachweislich dessen Orgel-Fugen studiert hatte, lernte er das Oratorium Der Messias erst durch die Bekanntschaft mit Gottfried van Swieten näher kennen und schätzen. Nachdem dieser ihn 1788 bereits mit der Erstellung einer neuen Fassung der Masque Acis and Galatea (HWV 49) betraut hatte, erteilte er Mozart schließlich auch den Auftrag, den Messias zu bearbeiten. Van Swieten stellte dem befreundeten Komponisten dafür Partituren und Manuskripte Händels aus seiner Privatbibliothek zur Verfügung.

Fertiggestellt war die Umarbeitung 1789, knapp 50 Jahre nach der Dubliner Uraufführung des Oratoriums. Den Zuhörer der Messias-Bearbeitung auf der Grundlage des von Christoph Daniel Ebeling ins Deutsche übertragenen Textes erwartet kein im Sinne des Personalstils idealtypisches Mozart-Werk. Denn Mozart ging im Rahmen seiner Relektüre äußerst behutsam mit der barocken Musiksprache der Vorlage um. So nahm er hauptsächlich Veränderungen an den Tempi, der Dynamik und der Instrumentation vor und passte den Gestus des geistlichen Werkes auf diese Weise dem Geschmack und den musikalischen Hörgewohnheiten seiner Zeit an. Der Komponist dachte dabei vor allem auch den in der Barockzeit obligatorischen Generalbass mitsamt seiner harmonisierenden Funktion weiter. Er strich die Orgel als Generalbassinstrument, das in den Aufführungsstätten der Wiener Palais ohnehin nicht vorhanden war und fügte dem Bläserapparat zusätzliche Stimmen hinzu.


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