Institut für Musikwissenschaft
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"Rebellische Pianistin"

Die aus einer bedeutenden jüdischen Berliner Familie stammende Pianistin Grete Sultan (1906-2005) gehört zu den großen, aber in Deutschland durch die Folgen des Nationalsozialismus fast vergessenen Interpreten des 20. Jahrhunderts. Von 1922-1925 an der Berliner Hochschule für Musik in der Klasse Leonid Kreutzers ausgebildet und gleichermaßen für klassisches und zeitgenössische Musik aufgeschlossen, begann sie eine glänzende, von Edwin Fischer unterstützte Karriere, die 1933 ein abruptes Ende fand.

Acht Jahre später gelang Sultan in buchstäblich letzter Minute die Flucht in die USA, wo sie sich in New York eine neue Existenz als Konzertpianistin und Pädagogin aufbaute.

Mit John Cage schloss sie eine lebenslange Freundschaft, der Cage 1974 mit der Sammlung der ihr gewidmeten uraufgeführten Etudes Australes ein einzigartiges musikalisches Denkmal setzte, aus dem Sultan im selben Jahr Teile in Dieter Schnebels legendärer Konzertreihe im Münchner Oskar von Miller-Gymnasium vorstellte.

Moritz von Bredow

Im nunmehr zehnten Semesterkonzert des Musikwissenschaftlichen Instituts der LMU las der Hamburger Autor und Kinderarzt Moritz von Bredow aus seiner im vergangenen Jahr im Mainzer Schott-Verlag erschienenen, viel beachteten Biographie Rebellische Pianistin. Das Leben der Grete Sultan zwischen Berlin und New York.

Sabine Liebner

Die Münchner Pianistin Sabine Liebner, deren Gesamteinspielung der Etudes Australes bei Wergo internationale Anerkennung gefunden hat, sprach über die besonderen Herausforderungen dieses Werkes und spielte vier (im Sinne Cages per Zufall ausgewählte) Etüden.

Das Konzert wurde mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München und des Vereins der Freunde der Musikwissenschaft München e.V. veranstaltet.


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